Was tun bei seltsamen Gefühlen traumatisierter Kinder, Teil 5: Schuldgefühle

Dieser Artikel ist Teil 5 von 10 der Artikel-Serie Was tun bei »seltsamen« Gefühlen traumatisierter Kinder?

 

 

 

 

Traumatische Erfahrungen bewirken in den Kindern, dass sie in all ihrem Erleben erschüttert sind. Dazu gehört auch ihr Gefühlsleben. Manche Gefühle verschwinden scheinbar, andere werden stärker, wieder andere verändern sich in ihren Inhalten und ihrem Ausdruck. Deswegen werde ich in den folgenden Abschnitten auf einige dieser Gefühle eingehen, die Veränderungen durch traumatische Erfahrungen beschreiben und Ihnen Hinweise geben, wie Sie damit umgehen können

Um die trauerbedingten Schuldgefühle zu verstehen, ist es wichtig, dass Sie zwischen Schuld und Schuldgefühlen unterscheiden können. Es gibt viele Menschen, die Schuld auf sich geladen haben, aber keine Schuldgefühle spüren, darunter nach meinen Erfahrungen die meisten Täter und Täterinnen. Und es gibt Opfer, die Schuldgefühle haben, aber keine Schuld. Wir haben bei größeren Kindern, bei Jugendlichen und Erwachsenen fast immer beobachtet, dass sich die Opfer von sexueller Gewalt oder anderer Gewalt schuldig fühlen. Vernünftig ist dies nicht zu erklären, denn sie waren Opfer und ausgeliefert.

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Was Begleiter/innen traumatisierter Menschen brauchen, Teil 2: Trauern

Dieser Artikel ist Teil 2 von 2 der Artikel-Serie Was Begleiter/innen traumatisierter Menschen brauchen

 

 

Das Gefühl des Trauerns ist ein äußerst hilfreiches Gefühl in der Bewältigung traumatischer Erfahrungen und ihrer Folgen. Denn Trauern ist das Gefühl des Loslassens. Wenn Menschen mit traumatischen Erfahrungen trauern können, löst sich das Trauma nicht auf, aber es kann an Kraft verlieren und einen anderen Platz im Leben erhalten.

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Was Begleiter/innen traumatisierter Menschen brauchen, Teil 1: Bewegung

Dieser Artikel ist Teil von 2 der Artikel-Serie Was Begleiter/innen traumatisierter Menschen brauchen

 

 

Eine der klassischen Reaktionen von Menschen, denen traumatischer Schrecken widerfahren ist, besteht darin zu erstarren. Bei vielen hält die Erstarrung sehr lange an. Oft ist die Erstarrung ein äußerliches Phänomen, während innendrin Hocherregung tobt.

Die Erstarrung macht etwas mit den Begleitern/innen. In der Resonanz und dem Raum der Zwischenleiblichkeit, also des gemeinsamen Erlebens, kann die Erstarrung der Klient/innen auf die Begleiter/innen übergreifen. Zumindest aber werden Erfahrungen und Erinnerungen der Begleiter/innen wiederbelebt, die selbst mit Erstarrungsreaktionen der Begleiter/innen verbunden waren.

Also nicht nur Lachen oder Weinen steckt an, auch das Erstarren.

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Erste Hilfe bei Traumatisierungen, Teil 9: Sachliche Hilfen

Dieser Artikel ist Teil 3 von 3 der Artikel-Serie Erste Hilfe bei Traumatisierungen

 

 

 

Manchmal sind die Menschen, die Sie in der Ersten Hilfe begleiten, nicht in der Lage, das was sie bewegt, zu teilen. Manchmal wirkt die Erstarrung nach und braucht Zeit, um langsam wieder aufzutauen. Dann ist es wichtig, dass Sie dies akzeptieren. Oft führt dann der erste Weg der Begleitung und der Begegnung darüber, dass über sachliche Hilfen gesprochen wird, und dass Sie in dieser Hinsicht Unterstützung anbieten können. Da fragt ein Vater, der seine Tochter bei einem Unfall verloren hat und sehr erschüttert ist, plötzlich: „Ich weiß gar nicht, wie man eine Beerdigung vorbereitet.“ Dann ist das Gespräch darüber der erste Schritt der Begegnung und Begleitung.

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Erste Hilfe bei Traumatisierungen, Teil 8: Weich bleiben, auch sich selbst gegenüber

Dieser Artikel ist Teil 2 von 3 der Artikel-Serie Erste Hilfe bei Traumatisierungen

 

 

 

 

In der Ersten Hilfe für Menschen, die mögliche traumatisierende Ereignisse erlebt haben, helfen keine Schemata, keine Checklisten, keine to do-Aufzählungen … . Entscheidend ist, da zu sein. Menschen nicht alleine und damit im Stich zu lassen. Entscheidend ist, Verbindung aufzubauen. Ganz wesentlich ist es, weich zu bleiben. Jeder Mensch ist anders. Jeder Mensch reagiert anders. Das klingt banal, ist aber wichtig zu wissen und ernst zu nehmen.

Deshalb empfehlen wir: Bleiben Sie gegenüber den betroffenen Menschen weich. Achten Sie darauf, was die jeweilige Person in dem jeweiligen Moment braucht. Vielleicht kann sie dies äußern, wahrscheinlich aber nicht. Also sind Sie da auf Ihr Gespür angewiesen. Trauen Sie diesem Gefühl. Probieren Sie aus, was gelingt und was nicht.

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Erste Hilfe bei Traumatisierungen, Teil 7: Zusammenbrüche, Erstarrung und Trauer

Dieser Artikel ist Teil 1 von 3 der Artikel-Serie Erste Hilfe bei Traumatisierungen

 

 

 

 

Manchmal brechen Menschen zusammen, wenn sie eine traumatische Erfahrung machen mussten. Dies geschieht besonders häufig, wenn Menschen eine Todesnachricht erhalten. Viele Menschen brechen dann buchstäblich zusammen. Sie können dann nicht mehr stehen, sondern sinken danieder oder fallen um, manche werden ohnmächtig, manche bekommen Schreikrämpfe, zittern oder schlagen um sich …

Wenn Menschen zusammenbrechen, brauchen sie Halt. Im Notfall auch eine Beruhigungsspritze von einem Notarzt. Vor allem brauchen sie von Ihnen als der Person, die versucht, Erste Hilfe zu leisten, dass sie gehalten werden. Dies kann buchstäblich darin bestehen, dass Sie sie aufrecht festhalten. Sie können auch, wenn die Opfer schon auf dem Boden liegen oder sitzen, sich auf Augenhöhe dazusetzen, sie fest halten an den Füßen, am Oberkörper, am Kopf, wo auch immer. Selbstverständlich nur da, wo es auch akzeptiert wird. Wenn das verbal nicht geschehen kann, spüren Sie es, ob sich Menschen gegen Ihre Berührungen wehren oder nicht. Wenn Berührung nicht möglich ist, dann halten Sie sie fest mit Ihren Blicken und vor allem mit Ihrer Stimme. Reden Sie beruhigend und kontinuierlich. Schaffen Sie mit Ihrer Stimme einen Raum der Geborgenheit um die betroffene Person und Sie herum.

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G20: Macht die Fernseher aus!

Ich schreibe dies am Vormittag des 8.7. angesichts der Gewaltbilder aus Hamburg. Dass es viel zu protestieren gibt, teile ich. Dass die Gewalt gegen die Polizei, gegen die Autos und Fahrräder der Anwohner, gegen die Drogerien und Supermärkte, die geplündert wurden, menschenverachtend ist, damit werde ich mich mit fast allen, die dies lesen, einig sein.

Mich treibt um, dass auf den meisten Gewaltbildern, die im Internet zu sehen sind, im Hintergrund und an den Seiten Reporter und Fotografen zu sehen sind. Die Gwalttäter schimpfen auf die Medien und gleichzeitig wollen sie in die Medien und die friedlichen Proteste überdecken. Und die Medien bieten ihnen die Bühne dafür. Das ist ärgerlich. Das ist widerlich. Das möchte ich nicht sehen, weder im Fernsehen noch im Internet.

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Verrat überleben, Verratsfolgen bewältigen (10): Dem Grummeln folgen

Dieser Artikel ist Teil 10 von 10 der Artikel-Serie Verrat überleben, Verratsfolgen bewältigen

Wer verraten wurde, wird – und das ist unsere Erfahrung in fast jedem Kontakt mit betroffenen Menschen – sich nachträglich Vorwürfe machen: „Das hätte ich doch vorher merken müssen.“ Manchmal gab es klare und eindeutige Anzeichen, dass sich ein Verrat ankündigte, oft aber bildete sich erst im Nachhinein ein seltsames Gefühl, manchmal ein Grummeln, dem man nicht nachging und das man nicht ernst nahm. Wie dem auch sei, ein wichtiges Element, um aus den Verratserfahrungen zu lernen und die Folgen zu bewältigen besteht darin, in der Gegenwart dem Grummeln zu folgen. Weiter lesen →

Verrat überleben, Verratsfolgen bewältigen (9): Etwas für den Körper tun

Dieser Artikel ist Teil 9 von 10 der Artikel-Serie Verrat überleben, Verratsfolgen bewältigen

Ich kenne keinen Menschen, der unter Traumafolgen und insbesondere unter Verratserfahrungen gelitten hat oder leidet, der nicht auch ein negatives Körpererleben spürt. Gewalterfahrungen und die Erfahrung von Verrat führen dazu, dass man sich im Körper nicht mehr „zu Hause“ fühlt. Erniedrigung führt zu Anspannung, zu Körperentfremdung, Unlust und anderen körperlichen Irritationen. Deswegen besteht eine meiner Unterstützungen in der Bewältigung von Verratserfahrungen darin, dass ich oft anrege, dem Körper etwas Gutes zu tun. Weiter lesen →

„Ich hätte es doch vorher merken müssen!“ – Sich verzeihen

Nahezu alle Täter und Täterinnen, denen ich in meinem Berufs- und Privatleben begegnet bin, hatten Schuld, aber keine Schuldgefühle. Dem gegenüber haben nahezu alle Opfer von Gewalt und anderen traumatisierenden Handlungen Schuldgefühle, Schuldgefühle ohne Schuld! Eine besondere Qualität dieser Schuldgefühle existiert dann, wenn es im Vorfeld einer traumatisierenden Tat Anzeichen gab, die auf das Geschehen hindeuteten. Eine Mutter, deren Tochter Gewalt erfahren hatte, sagt: „Ich hatte immer schon ein komisches Gefühl mit dem neuen Freund meiner Tochter. Aber ich bin dem nicht nachgegangen. Ich habe gedacht, die ist doch schon groß und ich muss ihr vertrauen. Aber das kann ich mir nicht verzeihen. Immer wieder denke ich daran, dass ich da hätte vorher etwas sagen oder einschreiten müssen. Dann wäre das nicht so passiert.“ Weiter lesen →