Trost, Teil 3: Trost ist Beziehung

 

 

 

Als ich krank war, bekam ich viele Grußkarten mit tröstenden Sätzen und Sprüchen  und ich erhielt einzelne Symbole als tröstende Geschenke. Kleine Holzobjekte, bedruckte Tücher, Papierstatuen, kleine Figuren. All das war freundlich, nett und hilfreich. Doch wichtiger als die Symbole waren die Menschen, die mir diese geschenkt haben. Trostsymbole sind Ausdruck zwischenmenschlicher Begegnung. Trost ist Beziehung.

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Traumatisierte Kinder sensibel begleiten, Teil 2: Was tun bei Verdacht?

 

 

 

Ein einzelnes Anzeichen kann für Sie keine sichere Erkenntnis sein, dass ein Kind sexuelle oder andere Gewalt erfahren hat und traumatisiert ist. Es braucht ein Bündel von Phänomenen, die wahrgenommen werden müssen und aus denen sich dann ein Gesamtbild ergeben sollte. Jeder Verdacht sollte und muss ernst genommen werden. Dieser ist dann noch keine sichere Erkenntnis, sondern eine Vermutung, der im Interesse des Kindes nachgegangenwerden muss.

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Traumafolgen und Gefühle, Teil 8: Gefühl der Gefühllosigkeit

 

 

 

Wenn Menschen nichts spüren und nichts fühlen, spüren sie doch, dass sie nichts fühlen. Wir nennen dies das Gefühl der Gefühllosigkeit. Es ist eine extreme Form der Betäubung oder des Dämpfens von Gefühlen, über die wir schon geschrieben haben. Das Gefühl der Gefühllosigkeit ist ein not-wendiger Schutz, um die Not zu wenden. Die Not der traumatischen Erfahrung droht den betroffenen Menschen zu zerbrechen, zu überfluten, zu überwältigen, genauso wie die Gewalt überwältigt. Sich da unbewusst gefühllos zu machen, ist eine Flucht vor etwas Unaushaltbarem. Dies zu verstehen, ist sinnvoll und erleichtert.

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Trost, Teil 2: Trost und Glaube

 

 

 

Wer gläubig ist und an Gott, an ein höheres Wesen glaubt, wird Trost in diesem Glauben finden. Die meisten Hinweise und Veröffentlichungen, die den Trost betreffen, beziehen sich auf einen solchen Glauben. Wer glaubt und seinen Glauben lebendig spürt, wird Trost finden in der Geborgenheit durch Gott, wie auch immer er genannt wird. Er wird sich geborgen und getragen fühlen von höheren Wesen, an die er glaubt, und er wird vielleicht Trost finden in der Vorstellung von Himmel, ewigem Leben oder Wiedergeburt.

Doch nur eine Minderheit der Menschen im deutschsprachigen Raum ist gläubig. Was ist mit ihnen? Wie können, wie sollen, wie dürfen sie Trost finden?

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Gastbeitrag: „Wir brauchen Auszeiten, mitten im Arbeitsalltag“, von Frau Lydia Arndt

Gute pädagogische, medizinische und psychosoziale Arbeit ist nur möglich, wenn wir uns Auszeiten im Arbeitsalltag gönnen.

Immer noch herrscht der Glaube vor, Menschen wären in der Lage 8 Stunden oder länger am Tag in Beziehung zu sein. Und ja, wir können das. Die Frage ist nur, welchen Wert, welche Qualität hat eine solche Beziehung.(..)

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Wir brauchen Auszeiten, mitten im Arbeitsalltag, von Frau Lydia Arndt

Traumafolgen und Gefühle, Teil 7: Hilflosigkeit

 

 

 

Ganz gleich ob Menschen über einen Verkehrsunfall, eine Naturkatastrophe oder wie meistens durch Gewalterfahrung traumatisiert worden sind, sie fühlten sich hilflos. Diese Hilflosigkeit brennt sich in ihnen ein, wird zu einer existentiellen Erfahrung. Aus der Welt geworfen zu werden, wie viele sagen, oder in einen Abgrund zu stürzen, ist ein extremes und existentielles Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit. Insofern ist es verständlich, aber unangemessen, wenn sich Opfer traumatisierender Erfahrungen selbst Vorwürfe machen, dass sie sich so hilflos und ohnmächtig fühlen. Diese Gefühle sind eine adäquate Reaktion auf eine unaushaltbare Situation.

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Trost, Teil 1: Trost und Trauma

 

 

Menschen, die verletzt worden sind, brauchen oft Trost. Menschen, die eine existentielle Wunde, ein Trauma, erleiden mussten, brauchen immer Trost. Es ist deswegen notwendig und sinnvoll, sich mit verschiedenen Aspekten des Trostes und des Tröstens zu beschäftigen. Darum werde ich mich in dieser Reihe von Blogtexten bemühen.

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Traumatisierte Kinder sensibel begleiten, Teil 1: Woran Traumata bei Kindern erkennen

 

 

 

Es gibt keine allgemeingültigen Listen von Symptomen, an denen erkannt werden kann, ob ein Kind traumatische Erfahrungen machen musste. Es gibt Hinweise
– nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der wichtigste Hinweis besteht darin, dass Kinder nach einer traumatischen Erfahrung verstört sind. Sie verhalten sich nicht mehr so wie vorher.
Sie wirken anders, zeigen Verhaltensänderungen unterschiedlicher Art. Jedes Kind reagiert anders. Aber das Verstörtsein ist ein gemeinsam auftretendes Merkmal. Manche Kinder werden sehr unruhig, sind reizbar und schreckhaft. Andere ziehen sich eher zurück. Wieder andere werden aggressiv gegenüber ihrer Umgebung, um einem erneuten Kontrollverlust vorzubeugen.

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