„Fremdsein ist für mich ein Gefühl, aus dem man nicht austreten kann.“

Zwei Menschen schreiben ein Buch über Fremdsein, über Flucht, über Traumata. Usama Al Shahmani ist aus dem Irak geflüchtet und hat ein der Schweiz ein neues Leben aufgebaut. Bernadette Conrad kennt die Folgen von Flucht, Krieg und Trauma aus dem Erleben als Angehörige der zweiten und dritten Generation. Beide tauschen sich aus, beide finden eine Sprache, die berührt und zum Nachdenken bewegt.

 

Das Buch heißt: Shamani/Conrad: Die Fremde – ein seltsamer Lehrmeister. Eine Begegnung zwischen Bagdad, Frauenfeld und Berlin. Limmat Verlag Zürich.

Ich will hier nicht den Inhalt, die vielen Anregungen und Erfahrungen wiedergeben, lesen Sie selbst. Ein großartiges Buch. Ich habe viel daraus gelernt.

Neues Buch: Kriegserbe in der Seele – Was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft

150226_Baer_Kriegserbe.indd

Kriegserbe in der Seele – was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft

Kriegserlebnisse und die durch sie verursachten Traumata hinterlassen oft über Generationen Spuren in Familien, ohne dass diese konkret benannt werden können. Dieses Buch zeigt, woran Kriegskinder und Kriegsenkel die Folgen der von den Eltern oder Großeltern »vererbten« Traumata bei sich selbst erkennen. Es bietet konkrete Hilfe an, etwa bei scheinbar unbegründeten Ängsten, nicht zu greifenden Einsamkeitsgefühlen, dem quälenden Gefühl der Liebesunfähigkeit oder übermäßigem Leistungsdruck. Eine Fülle von Übungen helfen, den »Schritt beiseite« aus der Weitergabe von Kriegstraumata zu wagen.

Das neue Buch von Gabriele Frick-Baer und Udo Baer ist im Juli erschienen und kann  im Beltz-Verlag bestellt werden. Oder schauen Sie erst mal in die Leseprobe.

Weiter lesen

Gedächtnisstörungen sind normal!

Kürzlich erzählte eine Frau, dass sie von einem Verteidiger als Zeugin während eines Gerichtsverfahrens „in die Mangel genommen“ wurde. „Ich konnte mich nicht mehr an alle Einzelheiten der Vergewaltigung erinnern und bei einer Zeitangabe muss ich mich vertan haben. Ich war so aufgeregt und durcheinander.“

Sie schämte sich ihrer Aufgeregtheit und Verwirrung. Dabei ist beides normal. Es ist üblich, aufgeregt zu sein, erst recht, wenn es darum geht, über eine intime Gewalterfahrung öffentlich zu berichten. Und es ist normal, dass die Erinnerungen nach einer traumatischen Erfahrung nicht geordnet sind. Das macht gerade einen Wesenszug des Traumas aus.

Weiter lesen