Sicherer Ort – Beziehungskränkungen brauchen Beziehungsheilung

Artikel-Serie "Sicherer Ort"


Der nächste „sichere Ort“, den traumatisierte Menschen gewinnen können, sind Beziehungen. Denn traumatische Erfahrungen sind Beziehungserfahrungen. Es waren andere Menschen, die den betroffenen Leid zugefügt haben, die sie vergewaltigt, geschlagen und erniedrigt haben. Es waren andere Menschen, die Hilfeleistung unterlassen und die Opfer alleine gelassen haben. Die traumatischen Erfahrungen sind daher immer eine Beziehungskränkung.

Beziehungskränkungen brauchen Beziehungsheilung. Wer existentiell beziehungsgekränkt ist, muss misstrauisch gegenüber anderen Menschen sein, muss in seinen Begegnungen und Beziehungen zu anderen verunsichert sein. Deswegen ist die Arbeit am „sicheren Ort“ für uns nicht anders vorstellbar, als dass sie vor allem als Beziehungsarbeit geschieht. Wir müssen den traumatisierten Menschen helfen, relativ sichere Beziehungen herzustellen, wiederaufzubauen. Beziehungsverletzungen brauchen Beziehungsheilung. Dies geht durch die Erfahrungen des Misstrauens hindurch. Wir müssen Misstrauen zulassen. Wir müssen den Menschen helfen, dass sie unterscheiden können, wem sie misstrauen und wem sie vertrauen können und woran sie dies festmachen. Diese Beziehungsarbeit schafft Annäherungen an sichere Beziehungen und damit an einen „sicheren Ort“, der den Kern der Verletzung, nämlich die Beziehungskränkung, schrittweise heilen kann.

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About Udo Baer

Dr. phil. (Gesundheitswissenschaften), Diplom-Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut, Vorsitzender der Stiftung Würde. Er hat gemeinsam mit Dr. Gabriele Frick-Baer die Kreative Leibtherapie und die Beziehungspädagogik entwickelt. Leiter der Plattform www.kinderwürde-udo-baer.de, Autor zahlreiche Fach- und Sachbücher und anderer Veröffentlichungen. www.baer-frick-baer.de

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