Die Abstimmung in Irland, Abtreibung und die Würde Teil1

Dieser Artikel ist Teil 1 von 2 der Artikel-Serie Die Abstimmung in Irland, Abtreibung und die Würde

 

 

 

Von Udo Baer und Gabriele Frick-Baer

Wir sind sehr erfreut über das Abstimmungsergebnis der Iren, dass sie sich in ihrer Mehrheit dafür ausgesprochen haben, den Frauen das Recht auf eigene Entscheidungen für oder gegen eine Schwangerschaft zu geben, sie zu respektieren und zu legalisieren. Wir sind erleichtert, dass die Not der Frauen, in die sie die Illegalität eines Abbruchs getrieben hat, laut geworden und gehört worden ist. Wir hoffen, dass der Scheinheiligkeit ein Ende bereitet wird, das ungeborene Leben zu schützen und das geborene Leben der Kinder der „gefallenen Frauen“ grausam in foltergleicher Heimerziehung und Morden mit Füßen zu treten. Wir freuen uns, dass Solidarität und Mut und ernsthafte Auseinandersetzung mit Themen der Menschenwürde zu gesellschaftlichen und juristischen Konsequenzen geführt hat.

Warum nehmen wir dieses Ereignis als Anlass für einen Beitrag? Warum sind wir so positiv erschüttert – berührt und erleichtert? Wir haben miteinander darüber gesprochen und gemerkt, dass uns dabei viele Facetten beschäftigen und berühren, denen wir hier, wenn auch in aller Kürze und damit Verkürzung, einen Raum geben wollen.

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„Fremdsein ist für mich ein Gefühl, aus dem man nicht austreten kann.“

Zwei Menschen schreiben ein Buch über Fremdsein, über Flucht, über Traumata. Usama Al Shahmani ist aus dem Irak geflüchtet und hat ein der Schweiz ein neues Leben aufgebaut. Bernadette Conrad kennt die Folgen von Flucht, Krieg und Trauma aus dem Erleben als Angehörige der zweiten und dritten Generation. Beide tauschen sich aus, beide finden eine Sprache, die berührt und zum Nachdenken bewegt.

 

Das Buch heißt: Shamani/Conrad: Die Fremde – ein seltsamer Lehrmeister. Eine Begegnung zwischen Bagdad, Frauenfeld und Berlin. Limmat Verlag Zürich.

Ich will hier nicht den Inhalt, die vielen Anregungen und Erfahrungen wiedergeben, lesen Sie selbst. Ein großartiges Buch. Ich habe viel daraus gelernt.

Neues Buch: Kriegserbe in der Seele – Was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft

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Kriegserbe in der Seele – was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft

Kriegserlebnisse und die durch sie verursachten Traumata hinterlassen oft über Generationen Spuren in Familien, ohne dass diese konkret benannt werden können. Dieses Buch zeigt, woran Kriegskinder und Kriegsenkel die Folgen der von den Eltern oder Großeltern »vererbten« Traumata bei sich selbst erkennen. Es bietet konkrete Hilfe an, etwa bei scheinbar unbegründeten Ängsten, nicht zu greifenden Einsamkeitsgefühlen, dem quälenden Gefühl der Liebesunfähigkeit oder übermäßigem Leistungsdruck. Eine Fülle von Übungen helfen, den »Schritt beiseite« aus der Weitergabe von Kriegstraumata zu wagen.

Das neue Buch von Gabriele Frick-Baer und Udo Baer ist im Juli erschienen und kann  im Beltz-Verlag bestellt werden. Oder schauen Sie erst mal in die Leseprobe.

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Gedächtnisstörungen sind normal!

Kürzlich erzählte eine Frau, dass sie von einem Verteidiger als Zeugin während eines Gerichtsverfahrens „in die Mangel genommen“ wurde. „Ich konnte mich nicht mehr an alle Einzelheiten der Vergewaltigung erinnern und bei einer Zeitangabe muss ich mich vertan haben. Ich war so aufgeregt und durcheinander.“

Sie schämte sich ihrer Aufgeregtheit und Verwirrung. Dabei ist beides normal. Es ist üblich, aufgeregt zu sein, erst recht, wenn es darum geht, über eine intime Gewalterfahrung öffentlich zu berichten. Und es ist normal, dass die Erinnerungen nach einer traumatischen Erfahrung nicht geordnet sind. Das macht gerade einen Wesenszug des Traumas aus.

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