Wenn Menschen verraten werden, wenden sich andere nicht nur von ihnen ab, sondern es dringt auch etwas in sie ein und bleibt in ihnen haften. Oft wird dies als Gefühl, wertlos zu sein, beschrieben oder als Gefühl der Erniedrigung, als Verletzung, oft auch als Stachel. Diesen Stachel, dieses Eingedrungene wieder loszuwerden, dabei helfen oft kreative Methoden in der Therapie. Weiter lesen
Traumawürdigung & Trauma verstehen
Trauma-Würdigung ist uns Programm und Haltung. Um traumatisierte Menschen würdigend begleiten zu können, bedarf es eines Verständnisses traumatisierender Prozesse und deren Nachwirkungen. Sie finden hier dazu Beiträge und Artikel, die nach und nach ergänzt werden.
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Die positive Rache
Manche Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, vor allem traumatische Gewalterfahrungen haben Rachegedanken. Doch viele lassen diese Rachegedanken und Phantasien nicht zu, weil Rache verpönt ist und einen extrem schlechten Ruf hat. Die Haltung „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist zurecht ersetzt worden durch ein modernes Rechtssystem, das mit all seinen Unwägbarkeiten und Unzulänglichkeiten doch eine hervorragende Grundlage ist, schwache Menschen zu schützen und ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Weiter lesen
Verrat überleben, Verratsfolgen bewältigen (7): Die Zeit der Asche und der Trauer
In skandinavischen Sagen und Heldengeschichten begegnen wir oft dem Phänomen, dass sich Männer, die sehr tatkräftig waren und sind, eine Zeit lang zurückziehen, sich in den großen Höfen neben die Kamin-Feuer legten, mit Asche bedeckten und dort lange Zeit nahezu apathisch verharrten. Dies wurde „Zeit der Asche“ genannt. Heute würde die Diagnose wahrscheinlich „depressive Episode“ lauten. Doch es muss nicht gleich eine Depression sein, wenn Menschen den Impuls haben, sich zurückzuziehen. Weiter lesen
Trauern: Das Meer der Tränen
„Da ist eine große Trauer in mir, aber die drücke ich weg. Wenn ich anfange, zu weinen, dann höre ich nicht mehr auf, dann werde ich im Meer der Tränen ertrinken.“ So sprechen und so denken viele Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben. Meine Haltung ist: Es ist noch niemand im Meer der Tränen ertrunken! Diese Erfahrungen habe ich gemacht in vielen, vielen Jahren. Und die Erfahrungen meiner Kolleg/innen bestätigen dies. Weiter lesen
Verrat überleben, Verratsfolgen bewältigen (6): Wahrhaftigkeit und heiliger Zorn
Wenn traumatisierte Menschen verraten wurden und sich verraten fühlen, dann sind sie oft wütend und zornig. Doch oft werden diese aggressiven Gefühle gebremst, weil viele Menschen denken: „Ich will nicht so aggressiv sein wie die Menschen, die mir etwas angetan haben!“ Oder: „Man muss doch auch vergeben können!“ Weiter lesen
Warum gibt es so viel Rassismus zwischen den Flüchtlingen?
Die Meldungen häufen sich:
- Kinder aus dem Irak mögen nicht mit afghanischen Kindern in einer Fußballmannschaft spielen.
- Syrische Frauen weisen afrikanische Frauen aus der Küche im Aufnahmelager.
- Libysche Flüchtlinge prügeln sich mit solche aus Eritrea.
- Roma werden bei der Essensausgabe von anderen Flüchtlingen ignoriert.
Solche und zahlreiche andere Geschehnisse verweisen auf einen starken Rassismus, der sich zwischen den Flüchtlingsgruppen austobt. Warum ist das so? Weiter lesen
Verrat überleben, Verratsfolgen bewältigen (5): Der nützliche Abgrund
Eine Klientin mit massiven Verrats- und Traumaerfahrungen sagte: „Ja, ich schaffe es, zu dem Menschen, der mir das Schlimme angetan hat, Abstand zu halten. Und ich merke auch, das tut mir gut. Es war ein früherer Freund, der mich vergewaltigt hat, und ich fühle mich so von ihm verraten, denn ich habe ihn doch mal geliebt und er mich auch. Für mich ist das immer noch unfassbar. Weiter lesen
Verrat überleben, Verratsfolgen bewältigen (4): Das verlorene Paradies, der innere Terror und die Sehnsucht nach dem, was heil ist
Eine Klientin erzählte: „Mir ist, als wäre ich aus dem Paradies vertrieben worden. So wie Eva, als sie den verbotenen Apfel gegessen hat. Doch dabei habe ich doch gar nichts getan. Ich habe nichts Verbotenes getan. Ich bin nur so gedemütigt und verraten worden. Vorher habe ich an mich geglaubt und an ein gutes Leben. Doch jetzt kommt mir das vor wie ein zerplatzter Traum. Ich bin aus dem Paradies vertrieben …“ Weiter lesen
Trauma – Wege des Überlebens: Zuschminken
Eine Frau Mitte Vierzig erzählt:
„Ich verbringe jeden Morgen anderthalb Stunden damit, mich zu schminken. Ich weiß, das ist viel Zeit, aber irgendwie brauche ich das. Und wenn ich abends noch einmal weggehe, dann brauche ich noch einmal eine halbe Stunde, um alles nachzuschminken, damit alles wirklich gerichtet ist. Weiter lesen
Verrat überleben, Verratsfolgen bewältigen (3): Radikaler Respekt
Wer das Gefühl hat, verraten worden zu sein, hat die Erfahrung gemacht, dass er oder sie nicht respektiert wurde. Dies hat oft zur Folge, dass diese Menschen nachhaltig verunsichert sind. Sie sehnen sich auf der einen Seite danach, respektiert zu werden, auf der anderen Seite hat die Erfahrung fehlenden Respekts oft dazu geführt, dass der Respekt vor sich selbst verunsichert, manchmal verwirrt und verkümmert ist und oft angezweifelt wird. Respekt vor sich selbst heißt, sich ernst nehmen in seinen Widersprüchlichkeiten, auch in seinem Kummer, auch in seiner Verunsicherung. Und deswegen empfehlen wir Menschen, die Verratserfahrungen haben, dass sie sich darum bemühen und darin unterstützt werden, den Weg des radikalen Respekts zu gehen. Weiter lesen