Leiden arabische Frauen weniger? Kultur und Trauma Teil 5: An transkulturellen Erfahrungen anknüpfen!

Kultursoziologisch ist festzustellen, dass es die nebeneinander existierenden Kulturen nicht mehr nur gibt, sondern dass in nahezu allen Kulturen wesentliche gemeinsame Elemente vorhanden sind und im Zuge der Globalisierung wachsen:

der Fußball um die großen Vereine und Stars, Marken wir Coca Cola, Musik, Filme, Stars … Diese Phänomene werden als transkulturell bezeichnet.

Weiter lesen

Leiden arabische Frauen weniger? Kultur und Trauma Teil 4: Interkulturelle Begegnungen

Herder hat ca. 1750 den Kulturbegriff teilweise bis heute geprägt, indem er Kulturen mit Kugeln verglich, die nebeneinander existieren würden, möglichst noch identisch mit einem Nationalstaat. Auch der Multikulti-Begriff fußt auf diesem Bild nebeneinander existierender Kulturen.

Doch die Realität zeigt, dass Kulturen sich begegnen, beeinflussen, vermischen.

Weiter lesen

Leiden arabische Frauen weniger? Kultur und Trauma Teil 3: Multikulti

Das Wort „Multikulti“ ist zu einem politischen Kampfbegriff geworden. Ursprünglich entstand er als Versuch, kulturelle Eigenheiten von Migrant/innen gegen Assimilationsdruck zu verteidigen. In Wikipedia wird Multikulturalismus definiert:

„Multikulturalismus (zumeist abwertend auch Multi-Kulti oder Multikulti) ist der Oberbegriff für eine Reihe sozialphilosophischer Theorieansätze mit Handlungsimplikationen für die Kulturpolitik eines Landes. Multikulturalisten treten für den Schutz und die Anerkennung kultureller Unterschiede durch den Staat ein. Multikulturalismus steht dem Gedanken einer dominanten Nationalkultur ebenso entgegen wie dem in den USA weit verbreiteten Gedanken des Melting Pot, der von einer Angleichung der verschiedenen Kulturen ausgeht.“

Weiter lesen

Leiden arabische Frauen weniger? Kultur und Trauma Teil 2: Kultur – was ist das eigentlich

Bevor man sich mit den Begegnungen zwischen Kulturen auseinandersetzt, ist es sinnvoll, sich zu fragen, was unter „Kultur“ zu verstehen ist.  Doch diese Frage ist schwierig zu beantworten, denn der Kulturbegriff ist vielfältig. Das Wort „Kultur“ erscheint in zahllosen Kontexten, z. B. in Wortzusammensetzungen wie Alltagskultur, Diskussionskultur, Esskultur, Fankultur, Firmenkultur, Fußballkultur, Populärkultur, Subkultur und vielen weiteren Zusammensetzungen (z. B. Kulturlandschaft, Kulturtechniken, politische Kultur).

Die Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlichte einen zusammenfassenden Beitrag zum Kulturbegriff, aus dem wir zitieren möchten:

Weiter lesen

Wenn der Geflüchtete zur Ruhe kommt, hat das Herz Zeit für die Verarbeitung des Schreckens

„Direkt nach der Flucht hab ich das gar nicht gespürt, die Angst, die Erinnerungen, den Schrecken. Jetzt ist es ruhiger, und nun kommt es. Ich versteh das nicht. Bin ich verrückt?“Der irakische Flüchtling ist nicht „verrückt“, sondern das, was er erlebt, ist typisch für viele Traumaprozesse. In der ersten Zeit nach den traumatischen Erfahrungen steht das Überleben im Vordergrund: eine Wohnung muss besorgt werden, man muss die Familienangehörigen treffen und zusammenhalten, die Anerkennung des Status als Asylbewerber muss beantragt werden usw. All das bindet Energie. Der Organismus schützt sich und ermöglicht diese Energieleistung, indem der Schrecken „eingesperrt“ wird. Das gelingt nicht allen Geflüchteten oder anderen Traumatisierten. Doch da, wo es unbewusst gelingt, ist das für die Betreffenden nützlich.

Weiter lesen

Leiden arabische Frauen weniger? Kultur und Trauma Teil 1: Unsere Haltung

Nein, sie leiden nicht anders. Da ist unsere Haltung eindeutig. Der Schmerz der vergewaltigten Frauen ist in Syrien der gleiche wie in Mecklenburg, in China wie in Italien. Wenn Menschen Gewalt angetan wird, leiden sie. Dass sie leiden, ist nicht kulturabhängig, sondern Ausdruck menschlicher Existenz.

Deswegen sind auch alle Ansätze, Gewalttaten mit „kulturellen Unterschieden“ zu erklären, zu verniedlichen oder weniger zu bestrafen, falsch und gefährlich. Gewalt und traumatisierende Erniedrigung widerspricht den Menschenrechten, ganz gleich, auf welche kulturellen oder religiösen Traditionen sie sich beruft.

Weiter lesen

Warum gibt es so viel Rassismus zwischen den Flüchtlingen?

Die Meldungen häufen sich:

  • Kinder aus dem Irak mögen nicht mit afghanischen Kindern in einer Fußballmannschaft spielen.
  • Syrische Frauen weisen afrikanische Frauen aus der Küche im Aufnahmelager.
  • Libysche Flüchtlinge prügeln sich mit solche aus Eritrea.
  • Roma werden bei der Essensausgabe von anderen Flüchtlingen ignoriert.

Solche und zahlreiche andere Geschehnisse verweisen auf einen starken Rassismus, der sich zwischen den Flüchtlingsgruppen austobt. Warum ist das so? Weiter lesen

Warum wehren sich Migrant/innen und Flüchtlinge gegen neue Flüchtlinge?

Umfrageergebnisse sagen, dass fast 50 % der Flüchtlinge aus Syrien Obergrenzen bei der Aufnahme neuer Flüchtlinge befürworten. Unter denen, die schön länger als Flüchtlinge oder andere Migrant/innen in Deutschland leben, lehnen viele in scharfen Worten die Aufnahme neuer Flüchtlinge ab. Eine Lehrerin aus der Nähe von Berlin erzählte mir, dass die Kinder ihrer Klasse in der Grundschule sie fragten, ob sie bald ihre Arbeit verliere, weil ja „die Flüchtlinge allen die Arbeit wegnehmen“. Viele Kinder äußerten massive Ängste vor Flüchtlingen, im Originalton der Eltern. Von den Kindern ihrer Klasse hatten nur zwei deutsche Eltern, alle anderen Eltern mit Migrationshintergrund … Weiter lesen

Verstörtsein und was es braucht

Die hauptsächlichste Nachwirkung traumatischer Erfahrung besteht darin, dass die Menschen verstört sind. Es gibt bei den meisten keinen Katalog von „Störungen“ oder von allgemeingültigen „Symptomen“, sondern eher ein Befinden, welches das Erleben ausdrückt, dass die Welt nicht mehr die gleiche ist wie früher, die äußere wie die innere Welt. Wir nennen es Verstörtsein. Manche sagen dazu „verpeilt“, „neben sich stehend“, „durcheinander“, „neben der Kappe sein“ …
Weiter lesen