SERIE Komorbidität – Traumaerfahrungen und psychische Erkrankungen (2): Weitere Zahlen

Das Posttraumatische Belastungssyndrom PTBS ist nur eine der Folgen traumatischer Erfahrungen. Werden die Folgen traumatischer Erfahrungen weiter gefasst, ergeben sich hohe Komobiditätsraten:

  • 95% der Frauen mit selbstverletzendem Verhalten berichteten von sexueller Gewalt (Romans, Martin et al. 1995).

  • Erkrankungen an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und traumatischen Erfahrungen: Studien berichten über Prävalenzraten über 50 % bis hin zu 80 % für schwere kindliche Traumatisierungen (Bohus, Unckel 2005, Herman, Perry u. van der Kolk 1989; Kessler, Sonnega et al. 1995; Sachsse, Esslinger u. Schilling 1997; Zanarini, Williams et al. 1997).
  • Goodman et al. (1997) fanden als Ergebnis einer Übersicht über 13 Untersuchungen bei als psychotisch diagnostizierten Menschen eine Prävalenz für sexuellen Missbrauch bzw. Misshandlung zwischen 42% und 92% (vgl. Schäfer & Aderhold 2005).
  • Jansen et al. (2004) fanden in der Nemensis-Studie in den Niederlanden in einer Bevölkerungsstichprobe von 4045 Menschen ein ca. 7fach erhöhtes Risiko psychotische Symptome zu entwickeln bei Menschen, die als Kinder sexuell missbraucht wurden. Ein interessantes Ergebnis ist der so genannte „dose-effect“ (Read et al. 2005): Je schwerer (qualitativ und quantitativ) der Missbrauch war, umso höher war das Risiko psychotische Symptome zu entwickeln.
  • Die bei Perkonigg et al. (2000) angeführte Komorbidität der PTSB mit psychischen Erkrankungen führte als häufigste die Angststörungen und die Depressionen auf.

About Udo Baer

Dr. phil. (Gesundheitswissenschaften), Diplom-Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut (AKL), Mitbegründer und Geschäftsführer der Zukunftswerkstatt therapie kreativ, Vorsitzender der Stiftung Würde und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Gerontopsychiatrie (IGP).

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