Leiden arabische Frauen weniger? Kultur und Trauma Teil 3: Multikulti

Das Wort „Multikulti“ ist zu einem politischen Kampfbegriff geworden. Ursprünglich entstand er als Versuch, kulturelle Eigenheiten von Migrant/innen gegen Assimilationsdruck zu verteidigen. In Wikipedia wird Multikulturalismus definiert:

„Multikulturalismus (zumeist abwertend auch Multi-Kulti oder Multikulti) ist der Oberbegriff für eine Reihe sozialphilosophischer Theorieansätze mit Handlungsimplikationen für die Kulturpolitik eines Landes. Multikulturalisten treten für den Schutz und die Anerkennung kultureller Unterschiede durch den Staat ein. Multikulturalismus steht dem Gedanken einer dominanten Nationalkultur ebenso entgegen wie dem in den USA weit verbreiteten Gedanken des Melting Pot, der von einer Angleichung der verschiedenen Kulturen ausgeht.“

Guido Westerwelle sagte 2010: „Wenn Multikulti heißt, dass wir unsere Wertmaßstäbe aufgeben sollen, dann ist Multikulti ein Irrweg. Wenn Multikulti heißt, dass Vielfalt und Vernetzung mehr denn je unser aller Leben prägen, daheim und international, dann ist Multikulti Realität.“   (Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland: Grundsatzrede von Bundesaußenminister Westerwelle bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, 21. Oktober 2010)

Als Beispiel für gelungene multikulturelle Realität wird oft Kanada aufgeführt, wo verschiedenen Kulturen rechtlich und politisch eine eigenständige Rolle zugewiesen wird. Doch auch dort gilt dies fast nur für die „Weißen“. Innuit-Frauen sind in vielen Gegenden Kanadas „Freiwild“ für Vergewaltiger und Mörder. Dem wird erst seid kurzem Aufmerksamkeit geschenkt.

In der Traumahilfe darf der Verweis auf multikulturelle Bestrebungen auf keinen Fall zur „Entschuldigung“ oder Verharmlosung zum Beispiel von Gewalt gegen Kinder und Frauen in traditionellen, patriarchalisch geprägten Kulturen dienen.

About Udo Baer

Dr. phil. (Gesundheitswissenschaften), Diplom-Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut (AKL), Mitbegründer und Geschäftsführer der Zukunftswerkstatt therapie kreativ, Vorsitzender der Stiftung Würde und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Gerontopsychiatrie (IGP).

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